Kaffeemaschine Stromverbrauch: Kosten pro Tasse und Jahr
Was eine Tasse Kaffee an Strom kostet, wie sich Filtermaschine, Vollautomat und Kapselmaschine unterscheiden und was Warmhalteplatte und Standby ausmachen.
Eine Tasse Kaffee kostet je nach Maschinentyp etwa 0,02 bis 0,04 Kilowattstunden an Strom. Bei einem angenommenen Strompreis von 0,34 €/kWh sind das rund 0,7 bis 1,4 Cent je Tasse. Ein Haushalt mit vier Tassen täglich kommt auf etwa 30 bis 60 Kilowattstunden im Jahr und damit auf 10 bis 20 Euro.
Diese Werte gelten für das reine Brühen. Warmhalteplatten, Standby und die Spülvorgänge eines Vollautomaten können den Jahreswert verdoppeln oder verdreifachen. Genau dort liegt der Unterschied zwischen den Bauarten.
Wie viel Strom verbraucht eine Kaffeemaschine?
| Maschinentyp | Nennleistung | Verbrauch je Tasse | Kosten je Tasse |
|---|---|---|---|
| Filterkaffeemaschine | 800 bis 1.200 W | 0,020 bis 0,030 kWh | 0,007 bis 0,010 € |
| Kaffeevollautomat | 1.300 bis 1.500 W | 0,025 bis 0,040 kWh | 0,009 bis 0,014 € |
| Kapsel- oder Padmaschine | 1.200 bis 1.600 W | 0,020 bis 0,035 kWh | 0,007 bis 0,012 € |
| Siebträger mit Thermoblock | 1.000 bis 1.400 W | 0,025 bis 0,045 kWh | 0,009 bis 0,015 € |
| Siebträger mit Kessel, dauerhaft an | 1.200 bis 1.800 W | siehe Betriebsstunden | deutlich höher |
Annahmen: Tasse mit 125 bis 150 ml, kaltes Leitungswasser, reiner Brühvorgang ohne Warmhalten und Standby, 0,34 €/kWh.
Die Unterschiede beim reinen Brühen sind klein. Alle Maschinen müssen dieselbe Wassermenge auf ähnliche Temperatur bringen. Was die Bauarten trennt, ist alles, was außerhalb des Brühvorgangs passiert.
Warmhalteplatte, Standby und Spülvorgänge
Hier entstehen die eigentlichen Kosten.
Warmhalteplatte der Filtermaschine
Eine Warmhalteplatte zieht 60 bis 120 Watt. Bleibt sie zwei Stunden an, verbraucht sie mehr als das Brühen selbst.
| Warmhaltedauer | Verbrauch bei 90 W | Kosten je Tag | Kosten pro Jahr |
|---|---|---|---|
| 15 Minuten | 0,023 kWh | 0,008 € | 2,87 € |
| 30 Minuten | 0,045 kWh | 0,015 € | 5,59 € |
| 60 Minuten | 0,090 kWh | 0,031 € | 11,17 € |
| 120 Minuten | 0,180 kWh | 0,061 € | 22,34 € |
Annahmen: 90 Watt Warmhalteleistung, täglich, 365 Tage, 0,34 €/kWh.
Eine Isolierkanne löst das Problem vollständig. Sie hält den Kaffee ohne Strom warm und schont zusätzlich den Geschmack, weil er nicht weiter erhitzt wird.
Standby und Aufheizen beim Vollautomaten
Ein Kaffeevollautomat heizt bei jedem Einschalten den Thermoblock auf und führt einen Spülvorgang durch. Beim Ausschalten spült er erneut. Jeder dieser Vorgänge kostet etwa 0,01 bis 0,02 kWh.
Wer den Automaten über den Tag eingeschaltet lässt, hält ihn im Bereitschaftsbetrieb. Je nach Gerät liegt die Aufnahme dann bei 1 bis 8 Watt, bei älteren Modellen mit dauerhaft warmem Thermoblock deutlich darüber.
| Betriebsart | Zusatzverbrauch pro Tag | Kosten pro Jahr |
|---|---|---|
| Nach jeder Tasse ausschalten, 4 Zyklen | 0,08 kWh | 9,93 € |
| Morgens ein, abends aus, 3 W Standby | 0,05 kWh | 5,96 € |
| Dauerhaft an, 5 W Standby | 0,12 kWh | 14,89 € |
| Dauerhaft an, älteres Gerät, 15 W | 0,36 kWh | 44,68 € |
Annahmen: Spülvorgänge mit je 0,02 kWh, Standby über die jeweilige Restzeit, 365 Tage, 0,34 €/kWh.
Der Zielkonflikt ist real: Häufiges Aus- und Einschalten löst jedes Mal einen Spülvorgang aus. Für zwei bis drei Tassen am Vormittag ist es meist günstiger, die Maschine dazwischen anzulassen und die automatische Abschaltung auf 20 bis 30 Minuten zu stellen.
Automatische Abschaltung
Die Ökodesign-Anforderungen verlangen bei den meisten Kaffeemaschinen eine automatische Abschaltung nach einer festgelegten Zeit. Filtermaschinen mit Warmhalteplatte schalten in der Regel nach spätestens 40 Minuten ab, Maschinen mit Isolierkanne früher.
Prüfen Sie die Einstellung im Menü Ihres Geräts. Viele Vollautomaten sind ab Werk auf mehrere Stunden eingestellt, lassen sich aber auf 15 oder 30 Minuten verkürzen.
Stromkosten berechnen: ein vollständiges Beispiel
Ein Haushalt brüht morgens eine Kanne Filterkaffee mit 1 Liter und hält sie 45 Minuten warm. Die Maschine hat 1.000 Watt Brühleistung und 90 Watt Warmhalteleistung.
- Brühvorgang: 1.000 × 0,12 ÷ 1.000 = 0,12 kWh (rund 7 Minuten)
- Warmhalten: 90 × 0,75 ÷ 1.000 = 0,0675 kWh
- Summe pro Tag: 0,12 + 0,0675 = 0,1875 kWh
- Jahresverbrauch: 0,1875 × 365 = 68,44 kWh
- Kosten pro Jahr: 68,44 × 0,34 = 23,27 Euro
- Kosten je Tasse bei 6 Tassen aus der Kanne: 23,27 ÷ 2.190 = 0,011 Euro
Mit Isolierkanne statt Warmhalteplatte entfällt Schritt 2. Der Jahresverbrauch sinkt auf 43,80 kWh und 14,89 Euro. Die Ersparnis liegt bei rund 8,40 Euro.
Mit dem Stromkostenrechner rechnen Sie das mit Ihrer eigenen Maschine und Ihrem eigenen Strompreis durch. Tragen Sie als Betriebsstunden die tatsächliche Laufzeit ein, bei sieben Minuten Brühen also 0,12 Stunden.
Jahreskosten nach Maschinentyp und Nutzung
| Nutzung | Filtermaschine mit Isolierkanne | Filtermaschine mit Warmhalteplatte | Vollautomat |
|---|---|---|---|
| 2 Tassen täglich | 6,20 € | 14,60 € | 12,40 € |
| 4 Tassen täglich | 12,40 € | 20,80 € | 19,85 € |
| 6 Tassen täglich | 18,60 € | 27,00 € | 27,30 € |
| 10 Tassen täglich | 31,00 € | 39,40 € | 42,20 € |
Annahmen: Filtermaschine 0,025 kWh je Tasse, Warmhalteplatte 45 Minuten täglich bei 90 W, Vollautomat 0,032 kWh je Tasse plus Spülvorgänge und 3 W Standby über 12 Stunden, 365 Tage, 0,34 €/kWh.
Keine Bauart ist grundsätzlich günstiger. Entscheidend ist, wie die Maschine genutzt wird. Eine Filtermaschine mit dauerhaft laufender Warmhalteplatte kostet mehr als ein sparsam eingestellter Vollautomat, und umgekehrt.
Was den Verbrauch außerdem beeinflusst
Tassengröße
Ein Latte Macchiato mit 250 ml Wasser und Milchaufschäumen braucht etwa doppelt so viel Energie wie ein Espresso mit 30 ml. Milchschaum über die Dampflanze kostet zusätzlich 0,01 bis 0,02 kWh.
Verkalkung
Kalk auf dem Heizelement verschlechtert die Wärmeübertragung. Das Aufheizen dauert länger, der Verbrauch steigt. Bei hartem Wasser gehört das Entkalken alle vier bis acht Wochen zum Programm, viele Vollautomaten fordern es selbst an.
Wasserhärte und Filter
Ein Wasserfilter verringert die Verkalkung und hält den Verbrauch stabil. Er senkt ihn nicht direkt, verhindert aber den schleichenden Anstieg.
Kapselmaschinen
Sie heizen nur die Menge für eine Tasse auf und sind beim reinen Brühen sparsam. Der Standby-Verbrauch ist bei modernen Modellen gering. Die Gesamtkosten je Tasse werden hier von der Kapsel bestimmt, nicht vom Strom.
Siebträger mit Kessel
Maschinen mit großem Kessel halten das Wasser dauerhaft auf Temperatur. Wer eine solche Maschine morgens einschaltet und abends ausschaltet, kommt schnell auf 0,5 bis 1,5 kWh am Tag und damit auf 60 bis 185 Euro im Jahr. Hier lohnt eine Zeitschaltuhr oder die eingebaute Einschaltautomatik.
Strom ist der kleinste Posten je Tasse
Für ein vollständiges Bild lohnt der Blick auf alle Kosten einer Tasse. Der Stromanteil ist dabei der kleinste.
| Zubereitungsart | Strom je Tasse | Kaffee je Tasse | Summe je Tasse |
|---|---|---|---|
| Filterkaffee, gemahlene Bohnen | 0,010 € | 0,08 bis 0,15 € | 0,09 bis 0,16 € |
| Vollautomat, ganze Bohnen | 0,012 € | 0,10 bis 0,20 € | 0,11 bis 0,21 € |
| Kapselmaschine | 0,010 € | 0,30 bis 0,50 € | 0,31 bis 0,51 € |
| Padmaschine | 0,010 € | 0,12 bis 0,20 € | 0,13 bis 0,21 € |
Annahmen: 0,34 €/kWh, Kaffeepreise als Spanne handelsüblicher Produkte, Wasser und Reinigungsmittel nicht enthalten.
Wer die Kosten je Tasse senken will, setzt also nicht beim Strom an. Der Rechner beantwortet trotzdem eine sinnvolle Frage: Er zeigt, wie viel die Maschine über Warmhalten und Standby zusätzlich zum Brühen verbraucht, und dieser Anteil ist beeinflussbar.
Milchschaum und Heißwasser
Vollautomaten und Siebträger liefern neben Kaffee auch Milchschaum und Heißwasser. Beides kostet zusätzliche Energie.
- Milchaufschäumen über die Dampflanze: rund 0,01 bis 0,02 kWh je Portion. Der Thermoblock muss dafür auf eine höhere Temperatur gebracht werden als für Kaffee.
- Heißwasser für Tee: je nach Menge 0,03 bis 0,06 kWh. Ein Wasserkocher ist hier meist sparsamer, weil er das Wasser direkt umschließt.
- Automatische Milchsysteme: spülen nach jedem Bezug mit heißem Wasser und verbrauchen dadurch mehr als eine manuelle Dampflanze.
Ein Latte Macchiato kommt damit auf rund 0,04 bis 0,06 kWh gegenüber 0,025 kWh für einen einfachen Kaffee. In Cent sind das etwa 1,4 bis 2,0 statt 0,9 Cent.
Mahlwerk und Zubehör
Ein Kaffeevollautomat mahlt die Bohnen selbst. Das Mahlwerk läuft je Bezug drei bis fünf Sekunden bei 100 bis 200 Watt und verbraucht damit rund 0,0002 kWh, also einen verschwindend kleinen Anteil.
Eine separate elektrische Kaffeemühle liegt in derselben Größenordnung. Bei zehn Bezügen täglich summiert sich das Mahlen auf weniger als 1 Kilowattstunde im Jahr.
Größer ist der Effekt bei einem elektrischen Milchaufschäumer, der 400 bis 600 Watt zieht und je Portion etwa eine Minute läuft. Das entspricht rund 0,008 kWh je Portion oder gut 1 Euro im Jahr bei täglicher Nutzung.
Verbrauch selbst messen
Ein Energiekostenmessgerät für 15 bis 30 Euro liefert den Wert für Ihre Maschine.
- Messgerät zwischen Steckdose und Kaffeemaschine stecken
- den Zähler auf null setzen und einen kompletten Vorgang messen, inklusive Aufheizen und Spülen
- anschließend über 24 Stunden messen, um Standby und Warmhalten zu erfassen
- den Tageswert mit 365 multiplizieren
Die 24-Stunden-Messung ist bei Vollautomaten aufschlussreicher als der einzelne Brühvorgang, weil sie Spülzyklen und Bereitschaftsbetrieb einschließt.
Stromkosten senken: was bei der Kaffeemaschine wirkt
- Isolierkanne statt Warmhalteplatte. Der größte Hebel bei Filtermaschinen, rund 6 bis 22 Euro im Jahr.
- Automatische Abschaltung verkürzen. Viele Geräte stehen ab Werk auf mehrere Stunden.
- Nur so viel Wasser einfüllen wie gebraucht. Jede nicht gebrühte Tasse spart Energie.
- Regelmäßig entkalken. Verkalkte Heizelemente brauchen länger und mehr.
- Bei mehreren Tassen kurz hintereinander die Maschine anlassen. Jedes Aus- und Einschalten löst einen Spülvorgang aus.
- Siebträger mit Kessel per Zeitschaltuhr betreiben, falls das Gerät keine eigene Automatik hat.
Häufige Fragen
Was kostet eine Tasse Kaffee an Strom?
Bei 0,34 €/kWh rund 0,7 bis 1,4 Cent, je nach Maschine und Tassengröße. Warmhalten und Standby können diesen Betrag verdoppeln. Die Kosten für Bohnen, Kapseln oder Filter kommen separat hinzu und liegen deutlich höher als der Stromanteil.
Wie viel Watt hat eine Kaffeemaschine?
Filtermaschinen liegen bei 800 bis 1.200 Watt, Vollautomaten bei 1.300 bis 1.500 Watt, Kapselmaschinen bei 1.200 bis 1.600 Watt. Diese Leistung wird nur während des Aufheizens und Brühens abgerufen, also für ein bis wenige Minuten.
Verbraucht ein Kaffeevollautomat mehr Strom als eine Filtermaschine?
Beim reinen Brühen liegen beide nah beieinander. Der Unterschied entsteht durch Spülvorgänge und Standby beim Vollautomaten sowie durch die Warmhalteplatte bei der Filtermaschine. Welche Bauart günstiger ist, hängt von den Einstellungen und der Nutzung ab.
Wie viel kostet die Warmhalteplatte?
Bei 90 Watt und einer Stunde täglich rund 11 Euro im Jahr, bei zwei Stunden rund 22 Euro. Eine Isolierkanne vermeidet diese Kosten vollständig.
Wie viel Strom verbraucht eine Kaffeemaschine im Jahr?
Bei vier Tassen täglich zwischen 12 und 21 Euro, je nach Bauart und Einstellung. Ein Siebträger mit dauerhaft beheiztem Kessel kann dagegen 60 bis 185 Euro im Jahr kosten.
Weiterrechnen
Wer nur heißes Wasser braucht, findet die Rechnung im Beitrag Wasserkocher Stromverbrauch. Dort steht auch der Vergleich zwischen Wasserkocher, Kochfeld und Mikrowelle.
Mit dem Stromkostenrechner berechnen Sie die Kosten Ihrer Kaffeemaschine mit der gemessenen Wattzahl, Ihrer täglichen Laufzeit und Ihrem eigenen Strompreis.
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