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Haushaltsgeräte

Trockner Stromverbrauch: Kosten pro Trockengang und Jahr

Was ein Trockengang mit Wärmepumpen- oder Kondenstrockner kostet, wie stark die Restfeuchte den Verbrauch treibt und wie Sie den Jahreswert berechnen.

Redaktion Stromkostenrechners.de

Ein Wärmepumpentrockner verbraucht für eine volle Ladung etwa 1,3 bis 2,2 Kilowattstunden, ein Kondenstrockner ohne Wärmepumpe 2,8 bis 4,2 Kilowattstunden. Bei einem angenommenen Strompreis von 0,34 €/kWh kostet ein Trockengang damit rund 44 bis 75 Cent beziehungsweise 95 Cent bis 1,43 Euro.

Damit ist der Trockner in vielen Haushalten teurer als die Waschmaschine, obwohl er seltener läuft. Der Grund liegt in der Physik: Wasser zu verdampfen kostet deutlich mehr Energie als Wasser zu erwärmen.

Wie viel Strom verbraucht ein Trockengang?

Die folgenden Werte gelten für eine volle Ladung Baumwollwäsche mit 7 bis 8 Kilogramm, geschleudert mit 1.400 Umdrehungen pro Minute.

TrocknerartVerbrauch je TrockengangKosten bei 0,34 €/kWh
Wärmepumpentrockner, effizient1,3 bis 1,7 kWh0,44 bis 0,58 €
Wärmepumpentrockner, älter1,8 bis 2,2 kWh0,61 bis 0,75 €
Kondenstrockner ohne Wärmepumpe2,8 bis 4,2 kWh0,95 bis 1,43 €
Ablufttrockner, Altgerät3,2 bis 4,5 kWh1,09 bis 1,53 €

Annahmen: volle Beladung, Programm Schranktrocken, Schleuderdrehzahl 1.400 U/min, 0,34 €/kWh. Bei 1.000 U/min steigen die Werte je nach Gerät um etwa 15 bis 25 Prozent.

Die Spanne zwischen den Bauarten ist der größte Hebel im Thema. Ein Wärmepumpentrockner nutzt die Abwärme des Prozesses erneut, statt sie an den Raum abzugeben.

Warum die Laufzeit allein nichts aussagt

Ein Trockner läuft je nach Programm 90 bis 180 Minuten. Daraus lässt sich der Verbrauch nicht ableiten. Wärmepumpentrockner arbeiten bewusst mit niedrigeren Temperaturen und laufen deshalb länger, verbrauchen dabei aber weniger.

Ein Kondenstrockner mit 2.700 Watt Nennleistung zieht diese Leistung nicht durchgehend. Der Heizstab taktet, die Trommel dreht mit geringer Leistung weiter. Ein Wärmepumpentrockner liegt im Betrieb häufig bei 600 bis 900 Watt, dafür über einen längeren Zeitraum.

Wer 2.700 Watt mit zwei Stunden multipliziert, kommt auf 5,4 kWh und liegt damit deutlich zu hoch. Maßgeblich ist immer die tatsächlich aufgenommene Energie über den gesamten Programmablauf.

Stromkosten berechnen: ein vollständiges Beispiel

Ein Haushalt trocknet zweimal pro Woche eine volle Ladung im Wärmepumpentrockner mit 1,6 kWh je Gang.

  1. Verbrauch pro Woche: 2 × 1,6 = 3,2 kWh
  2. Jahresverbrauch: 3,2 × 52,142857 = 166,86 kWh
  3. Kosten pro Jahr: 166,86 × 0,34 = 56,73 Euro
  4. Kosten pro Trockengang: 56,73 ÷ 104 = 0,55 Euro

Dieselbe Nutzung mit einem Kondenstrockner und 3,5 kWh je Gang:

  1. Verbrauch pro Woche: 2 × 3,5 = 7,0 kWh
  2. Jahresverbrauch: 7,0 × 52,142857 = 365,00 kWh
  3. Kosten pro Jahr: 365,00 × 0,34 = 124,10 Euro

Die Differenz von rund 67 Euro pro Jahr ist der Grund, warum sich der Aufpreis für einen Wärmepumpentrockner bei regelmäßiger Nutzung meist innerhalb weniger Jahre rechnet.

Mit dem Stromkostenrechner prüfen Sie diese Rechnung mit Ihrer eigenen Trocknerhäufigkeit und Ihrem eigenen Strompreis.

Jahreskosten nach Nutzungshäufigkeit

Trockengänge pro WocheWärmepumpe, 1,6 kWhKondenstrockner, 3,5 kWh
128,37 €62,05 €
256,73 €124,10 €
385,10 €186,15 €
4113,47 €248,20 €
6170,20 €372,30 €

Annahmen: volle Ladungen, 0,34 €/kWh, 52,14 Wochen im Jahr. Werte auf Cent gerundet.

Was den Verbrauch beeinflusst

Restfeuchte nach dem Schleudern

Der wichtigste Einflussfaktor liegt nicht im Trockner, sondern in der Waschmaschine. Je mehr Wasser vorher herausgeschleudert wird, desto weniger muss der Trockner verdampfen.

Wäsche mit 1.000 U/min behält deutlich mehr Restfeuchte als Wäsche mit 1.400 oder 1.600 U/min. Das Hochschleudern kostet in der Waschmaschine nur wenige Cent und senkt die Trocknerzeit spürbar. Wer beide Geräte nutzt, sollte grundsätzlich mit hoher Drehzahl schleudern.

Beladung

Eine halb gefüllte Trommel trocknet nicht halb so teuer. Der Prozess muss die gesamte Trommelluft aufheizen und umwälzen. Volle Ladungen senken den Verbrauch je Kilogramm Wäsche deutlich.

Überfüllen wirkt allerdings in die Gegenteil: Die Wäsche kann nicht frei fallen, die Luft zirkuliert schlechter, das Programm läuft länger.

Programmwahl

Schranktrocken ist der Standard. Extratrocken verlängert den Prozess und kostet zusätzliche Energie, ohne dass die Wäsche dadurch besser wird. Bügeltrocken endet mit höherer Restfeuchte und verbraucht weniger, ist aber nur sinnvoll, wenn anschließend gebügelt wird.

Wäscheart

Baumwollhandtücher und Bettwäsche speichern viel Wasser und brauchen entsprechend lange. Synthetik trocknet schneller und bei niedrigerer Temperatur. Gemischte Ladungen laufen so lange, bis auch das dickste Stück trocken ist, und verbrauchen deshalb mehr.

Flusensieb und Wärmetauscher

Ein zugesetztes Flusensieb verschlechtert den Luftdurchsatz, das Programm läuft länger. Bei Wärmepumpentrocknern verstopft zusätzlich der Wärmetauscher mit der Zeit. Beide Bauteile gehören regelmäßig gereinigt, sonst steigt der Verbrauch schleichend.

Aufstellort

Kondens- und Wärmepumpentrockner geben Wärme an den Raum ab und ziehen Raumluft an. In einem sehr kalten Keller arbeitet ein Wärmepumpentrockner weniger effizient, weil die Ansaugluft kühler ist. In einem sehr warmen, feuchten Raum verlängert sich der Prozess ebenfalls.

Restfeuchte in Zahlen: was Schleudern spart

Nach dem Waschgang enthält Baumwollwäsche je nach Schleuderdrehzahl unterschiedlich viel Wasser. Diese Restfeuchte bestimmt, wie viel der Trockner verdampfen muss.

SchleuderdrehzahlRestfeuchte, RichtwertVerbrauch je TrockengangKosten je Trockengang
800 U/minrund 70 Prozent2,1 kWh0,71 €
1.000 U/minrund 60 Prozent1,9 kWh0,65 €
1.200 U/minrund 53 Prozent1,7 kWh0,58 €
1.400 U/minrund 50 Prozent1,6 kWh0,54 €
1.600 U/minrund 44 Prozent1,4 kWh0,48 €

Annahmen: Wärmepumpentrockner, volle Ladung Baumwolle, Programm Schranktrocken, 0,34 €/kWh. Restfeuchte bezeichnet den Wasseranteil im Verhältnis zum Trockengewicht der Wäsche.

Zwischen 800 und 1.600 Umdrehungen liegen rund 23 Cent je Trockengang. Bei zwei Ladungen pro Woche sind das etwa 24 Euro im Jahr, nur durch eine andere Einstellung an der Waschmaschine.

Empfindliche Textilien vertragen hohe Drehzahlen nicht. Für Handtücher, Bettwäsche und Baumwollkleidung spricht dagegen wenig gegen 1.400 Umdrehungen.

Wärmepumpentrockner: Anschaffung gegen Stromkosten

Wärmepumpentrockner kosten in der Anschaffung mehr. Ob sich der Aufpreis lohnt, hängt an der Nutzungshäufigkeit.

Trockengänge pro WocheErsparnis pro JahrAufpreis 250 € amortisiert nach
133,68 €rund 7,4 Jahren
267,37 €rund 3,7 Jahren
3101,05 €rund 2,5 Jahren
5168,42 €rund 1,5 Jahren

Annahmen: 1,6 kWh gegenüber 3,5 kWh je Trockengang, 0,34 €/kWh, 52,14 Wochen, angenommener Aufpreis von 250 Euro. Die Amortisation berücksichtigt nur Stromkosten, keine Reparatur- oder Lebensdauerunterschiede.

Bei ein bis zwei Ladungen pro Monat ist der Unterschied dagegen gering. Dann entscheiden Platz, Aufstellort und Anschaffungspreis stärker als der Verbrauch.

Das Energielabel für Wäschetrockner

Wäschetrockner tragen inzwischen das neue EU-Energielabel mit der Skala A bis G. Die Umstellung erfolgte später als bei Waschmaschinen und Kühlgeräten: Seit März 2025 lag Neugeräten zusätzlich das neue Label bei, verpflichtend ist es seit Juli 2025.

Für die Einordnung bedeutet das: Geräte, die vorher als A+++ ausgewiesen waren, landen auf der neuen Skala häufig bei B oder C. Das ist keine Verschlechterung des Geräts, sondern eine strengere Skala mit Luft nach oben.

Achten Sie deshalb weniger auf den Buchstaben und mehr auf den ausgewiesenen Verbrauch je 100 Trockenzyklen. So rechnen Sie um:

kWh je Trockengang = Labelwert ÷ 100

Beispiel: 176 kWh je 100 Zyklen ergeben 1,76 kWh je Trockengang. Bei 104 Trockengängen im Jahr sind das 183 kWh und rund 62,22 Euro bei 0,34 €/kWh.

Ältere Geräte im Bestand tragen noch das alte Label mit A+++ bis D. Diese Angaben beruhen auf einer anderen Messgrundlage und lassen sich nicht direkt mit der neuen Skala vergleichen.

Verbrauch selbst messen

Ein Energiekostenmessgerät für 15 bis 30 Euro liefert den Wert für Ihre Wäsche, Ihre Beladung und Ihr Programm.

  • Messgerät zwischen Steckdose und Trockner stecken
  • einen kompletten Trockengang messen, nicht nur einige Minuten
  • den Wert für jedes häufig genutzte Programm einzeln notieren

Messen Sie einmal mit 1.000 und einmal mit 1.400 Umdrehungen geschleuderter Wäsche. Der Unterschied zeigt unmittelbar, wie viel die Schleuderdrehzahl in Ihrem Haushalt wert ist.

Wartung: wo unbemerkt Verbrauch entsteht

Ein Trockner verliert schleichend an Effizienz, ohne dass ein Fehler angezeigt wird. Drei Bauteile sind dafür verantwortlich.

Das Flusensieb in der Türöffnung setzt sich mit jeder Ladung zu. Ist es belegt, sinkt der Luftdurchsatz und das Programm verlängert sich. Reinigen Sie es nach jedem Trockengang, das dauert wenige Sekunden.

Der Wärmetauscher sitzt bei Kondens- und Wärmepumpentrocknern hinter einer Klappe im Sockel. Feine Flusen legen sich zwischen die Lamellen und verschlechtern die Wärmeübertragung. Je nach Modell ist er auswaschbar oder mit einer Bürste zu reinigen, sinnvoll etwa alle zwei bis drei Monate.

Der Feuchtesensor in der Trommel misst, wann die Wäsche trocken ist. Kalk- und Weichspülerrückstände verfälschen die Messung, das Programm läuft dann länger als nötig. Ein Abwischen mit Essigwasser stellt die Funktion meist wieder her.

Wer diese drei Punkte im Blick behält, verhindert, dass der Verbrauch über die Jahre unbemerkt um 10 bis 20 Prozent steigt.

Trockner oder Wäscheständer?

Der Wäscheständer verbraucht keinen Strom. Bei zwei Ladungen pro Woche und einem Wärmepumpentrockner sparen Sie damit rund 57 Euro im Jahr, bei einem Kondenstrockner rund 124 Euro.

Das ist keine Empfehlung gegen den Trockner. In kleinen Wohnungen ohne Trockenraum erhöht das Trocknen der Wäsche in der Wohnung die Luftfeuchtigkeit spürbar, was bei schlechter Lüftung Schimmel begünstigen kann. Praktikabel ist häufig eine Mischform: Handtücher und Bettwäsche in den Trockner, den Rest auf den Ständer.

Wer zwei von drei Trocknergängen verlagert, spart bei einem Wärmepumpentrockner rund 38 Euro im Jahr.

Stromkosten senken: was beim Trockner wirkt

  • Hoch schleudern. 1.400 statt 1.000 Umdrehungen senken die Trocknerzeit deutlich. Der Mehrverbrauch in der Waschmaschine liegt im Centbereich.
  • Voll beladen. Halbe Ladungen kosten je Kilogramm Wäsche am meisten.
  • Schranktrocken statt Extratrocken. Die zusätzliche Stufe verlängert das Programm ohne praktischen Nutzen.
  • Flusensieb nach jedem Gang reinigen. Ein zugesetztes Sieb verlängert jedes Programm.
  • Wärmetauscher regelmäßig säubern. Bei Wärmepumpentrocknern alle paar Monate, je nach Modell.
  • Gleiche Textilien zusammen trocknen. Gemischte Ladungen laufen unnötig lange.

Häufige Fragen

Was kostet ein Trockengang?

Bei 0,34 €/kWh kostet ein Trockengang im Wärmepumpentrockner mit 1,6 kWh rund 55 Cent. Ein Kondenstrockner mit 3,5 kWh kommt auf etwa 1,19 Euro. Der genaue Wert hängt an Beladung, Restfeuchte und Programm.

Wie viel Watt hat ein Trockner?

Kondenstrockner sind meist mit 2.500 bis 2.800 Watt angegeben, Wärmepumpentrockner mit 800 bis 1.200 Watt. Diese Nennleistung wird nicht durchgehend abgerufen. Entscheidend ist die über den gesamten Programmablauf aufgenommene Energie in Kilowattstunden.

Lohnt sich ein Wärmepumpentrockner?

Bei regelmäßiger Nutzung ja. Bei zwei Ladungen pro Woche liegt der Unterschied gegenüber einem Kondenstrockner bei rund 67 Euro im Jahr. Bei sehr seltener Nutzung, etwa zwei Ladungen im Monat, fällt der Vorteil deutlich kleiner aus.

Warum läuft mein Wärmepumpentrockner so lange?

Weil er mit niedrigeren Temperaturen arbeitet. Die längere Laufzeit ist Teil des Sparprinzips und kein Defekt. Deutlich längere Laufzeiten als gewohnt deuten auf ein verschmutztes Flusensieb oder einen zugesetzten Wärmetauscher hin.

Verbraucht ein Trockner mehr Strom als eine Waschmaschine?

In den meisten Haushalten ja. Ein Waschgang liegt bei 0,3 bis 1,4 kWh, ein Trockengang bei 1,3 bis 4,2 kWh. Wasser zu verdampfen kostet mehr Energie als Wasser zu erwärmen.

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Wie viel das Waschen selbst kostet und warum die Schleuderdrehzahl beide Geräte verbindet, steht im Beitrag Waschmaschine Stromverbrauch.

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