Geschirrspüler Stromverbrauch: Was kostet ein Spülgang?
Wie viel Strom ein Spülgang verbraucht, was das Eco-Programm spart und wie Sie Jahresverbrauch und Kosten Ihrer Spülmaschine selbst berechnen.
Ein Geschirrspüler verbraucht je nach Programm etwa 0,7 bis 1,4 Kilowattstunden pro Spülgang. Bei einem angenommenen Strompreis von 0,34 €/kWh kostet ein Spülgang damit rund 24 bis 48 Cent. Wer täglich spült, kommt auf etwa 255 bis 510 Kilowattstunden im Jahr und damit auf 87 bis 173 Euro.
Wie beim Waschen fließt der größte Teil dieser Energie in das Erhitzen des Wassers. Deshalb ist das Eco-Programm trotz seiner langen Laufzeit das sparsamste, und deshalb sagt die Programmdauer nichts über die Kosten.
Wie viel Strom verbraucht ein Spülgang?
Die folgenden Werte gelten für einen 60 Zentimeter breiten Geschirrspüler mit 13 bis 14 Maßgedecken bei voller Beladung.
| Programm | Verbrauch je Spülgang | Kosten bei 0,34 €/kWh |
|---|---|---|
| Eco 50 °C | 0,70 bis 0,95 kWh | 0,24 bis 0,32 € |
| Automatik 45 bis 65 °C | 0,90 bis 1,25 kWh | 0,31 bis 0,43 € |
| Intensiv 70 °C | 1,20 bis 1,60 kWh | 0,41 bis 0,54 € |
| Kurzprogramm 45 °C | 0,80 bis 1,10 kWh | 0,27 bis 0,37 € |
| Glas- oder Schonprogramm 40 °C | 0,70 bis 0,90 kWh | 0,24 bis 0,31 € |
Annahmen: 60 cm Standgerät, 13 bis 14 Maßgedecke, volle Beladung, Kaltwasseranschluss, 0,34 €/kWh. Ältere Geräte liegen je Programm um 20 bis 40 Prozent höher.
Ein 45 Zentimeter schmaler Geschirrspüler mit 9 bis 10 Maßgedecken verbraucht je Spülgang weniger, aber mehr je gespültem Teller, weil das Grundwasservolumen und die Aufheizmenge nicht proportional sinken.
Warum das Eco-Programm trotz langer Laufzeit spart
Das Eco-Programm läuft je nach Gerät drei bis vier Stunden, ein Kurzprogramm dagegen 30 bis 60 Minuten. Trotzdem ist das Eco-Programm sparsamer.
Der Grund liegt in der Temperatur. Eco spült mit etwa 50 Grad statt mit 65 oder 70 Grad und gleicht die niedrigere Temperatur durch längere Einwirkzeit aus. Da das Aufheizen des Wassers 60 bis 70 Prozent der Energie ausmacht, spart die niedrigere Temperatur mehr, als die längere Laufzeit kostet.
Kurzprogramme heizen dagegen schnell und stark auf, um die Reinigungswirkung in kurzer Zeit zu erreichen. Sie sparen Zeit, nicht Energie.
Ein Geschirrspüler zieht während des Programms nicht dauerhaft seine Nennleistung. Auf dem Typenschild stehen meist 1.700 bis 2.200 Watt. Diese Leistung ruft das Gerät nur während der Heizphasen ab. Dazwischen laufen Umwälzpumpe und Steuerung mit 50 bis 150 Watt.
Stromkosten berechnen: ein vollständiges Beispiel
Ein Zwei-Personen-Haushalt lässt den Geschirrspüler fünfmal pro Woche im Eco-Programm mit 0,85 kWh laufen.
- Verbrauch pro Woche: 5 × 0,85 = 4,25 kWh
- Jahresverbrauch: 4,25 × 52,142857 = 221,61 kWh
- Kosten pro Jahr: 221,61 × 0,34 = 75,35 Euro
- Kosten pro Spülgang: 75,35 ÷ 261 = 0,29 Euro
- Kosten pro Monat: 75,35 ÷ 12 = 6,28 Euro
Dieselbe Nutzung im Automatikprogramm mit 1,10 kWh ergibt 286,79 kWh und 97,51 Euro im Jahr. Die Programmwahl allein macht damit rund 22 Euro im Jahr aus.
Mit dem Stromkostenrechner rechnen Sie das mit Ihrer eigenen Spülhäufigkeit und Ihrem eigenen Arbeitspreis durch.
Jahreskosten nach Nutzungshäufigkeit
| Spülgänge pro Woche | Eco, 0,85 kWh | Automatik, 1,10 kWh | Intensiv, 1,40 kWh |
|---|---|---|---|
| 3 | 45,21 € | 58,50 € | 74,46 € |
| 4 | 60,28 € | 78,00 € | 99,28 € |
| 5 | 75,35 € | 97,51 € | 124,10 € |
| 7 | 105,49 € | 136,51 € | 173,74 € |
| 10 | 150,70 € | 195,01 € | 248,20 € |
Annahmen: volle Beladung, 0,34 €/kWh, 52,14 Wochen im Jahr.
Strom und Wasser getrennt betrachten
Ein Spülgang kostet nicht nur Strom. Moderne Geschirrspüler verbrauchen je Eco-Programm etwa 9 bis 12 Liter Wasser. Diese Kosten erscheinen auf der Wasserrechnung, nicht auf der Stromrechnung.
| Position | Menge je Spülgang | Kosten je Spülgang |
|---|---|---|
| Strom, Eco-Programm | 0,85 kWh | 0,29 € |
| Wasser und Abwasser | 9 bis 12 Liter | 0,05 bis 0,08 € |
| Reiniger, Klarspüler, Salz | eine Dosierung | 0,10 bis 0,20 € |
Annahmen: Wasser- und Abwasserpreise schwanken je nach Kommune erheblich, die Spanne ist ein Richtwert. Der Stromkostenrechner rechnet ausschließlich die Stromkosten.
Der Vergleich mit dem Handspülen fällt in der Regel zugunsten der Maschine aus, sofern sie voll beladen läuft. Wer unter fließendem warmem Wasser spült, kommt schnell auf 30 bis 60 Liter, die ebenfalls erhitzt werden müssen.
Was den Verbrauch beeinflusst
Beladung
Ein halb gefüllter Geschirrspüler verbraucht fast so viel wie ein voller. Wasserstand, Aufheizmenge und Pumpenlauf ändern sich kaum. Erst die volle Beladung senkt die Kosten je Teller.
Halbe-Beladung-Funktion
Viele Geräte bieten eine Zuschaltung, die nur den oberen oder unteren Korb bespült. Sie spart je nach Modell 20 bis 30 Prozent, nicht die Hälfte. Sinnvoll ist sie, wenn Geschirr sonst tagelang stehen bliebe.
Vorspülen von Hand
Grobe Reste gehören in den Abfall, mehr nicht. Wer Geschirr unter warmem Wasser vorspült, verbraucht Energie außerhalb der Maschine und macht die Ersparnis zunichte. Moderne Sensorautomatiken erkennen sauberes Wasser und verkürzen das Programm sogar.
Warmwasseranschluss
Einige Geräte lassen sich an die Warmwasserleitung anschließen. Das lohnt nur, wenn das Warmwasser günstig erzeugt wird, etwa über Solarthermie oder eine effiziente Wärmepumpe. Bei elektrischer Warmwasserbereitung verschiebt sich der Verbrauch lediglich.
Kalk und Salz
Ein verkalkter Heizstab überträgt Wärme schlechter, das Aufheizen dauert länger. Der Wasserenthärter braucht dafür Regeneriersalz, korrekt auf die örtliche Wasserhärte eingestellt.
Siebe und Sprüharme
Verstopfte Siebe und zugesetzte Düsen verschlechtern die Reinigungsleistung. Das führt zu Nachspülgängen oder zur Wahl stärkerer Programme und damit indirekt zu höherem Verbrauch.
Das EU-Energielabel für Geschirrspüler
Geschirrspüler tragen seit März 2021 das EU-Energielabel mit der Skala A bis G. Die Zusatzklassen A+, A++ und A+++ gibt es für neu gekennzeichnete Geräte nicht mehr.
Der Verbrauchswert bezieht sich auf das Eco-Programm und wird für 100 Spülzyklen angegeben. So rechnen Sie um:
kWh je Spülgang = Labelwert ÷ 100
Beispiel: Ein Label mit 84 kWh je 100 Zyklen bedeutet 0,84 kWh je Spülgang. Bei 261 Spülgängen im Jahr sind das 219,24 kWh und rund 74,54 Euro bei 0,34 €/kWh.
Auf dem Label stehen außerdem der Wasserverbrauch je Zyklus in Litern, die Zahl der Maßgedecke, die Programmdauer des Eco-Programms und die Geräuschemission. Über den QR-Code gelangen Sie in die europäische Produktdatenbank EPREL.
Ältere Geräte im Bestand tragen noch das alte Label mit A+ bis A+++. Diese Angaben beruhen auf einer anderen Messgrundlage und lassen sich nicht direkt mit der neuen Skala vergleichen.
45 oder 60 Zentimeter: welche Breite spart?
Schmale Geschirrspüler mit 45 Zentimetern fassen 9 bis 10 Maßgedecke, Standgeräte mit 60 Zentimetern 13 bis 14. Je Spülgang verbraucht das schmale Gerät weniger, je gespültem Teller aber mehr.
| Gerät | Maßgedecke | kWh je Spülgang | kWh je Maßgedeck |
|---|---|---|---|
| 45 cm, Eco | 10 | 0,65 kWh | 0,065 kWh |
| 60 cm, Eco | 14 | 0,85 kWh | 0,061 kWh |
| 60 cm, halb beladen | 7 | 0,70 kWh | 0,100 kWh |
Annahmen: moderne Geräte, Eco-Programm, 0,34 €/kWh. Ein Maßgedeck umfasst Teller, Schüssel, Tasse, Glas und Besteck für eine Person.
Für Ein- und Zweipersonenhaushalte ist ein schmales Gerät oft die bessere Wahl, weil es schneller voll wird. Ein 60-Zentimeter-Gerät, das regelmäßig halb beladen läuft, ist die teuerste Variante.
Wann sich ein neuer Geschirrspüler rechnet
| Gerät | kWh je Spülgang | Verbrauch pro Jahr | Kosten pro Jahr |
|---|---|---|---|
| Altgerät, 12 Jahre | 1,30 kWh | 339,1 kWh | 115,29 € |
| Neugerät, effizient | 0,85 kWh | 221,6 kWh | 75,35 € |
| Neugerät, sehr effizient | 0,70 kWh | 182,5 kWh | 62,05 € |
Annahmen: 5 Spülgänge pro Woche, Eco-Programm, 0,34 €/kWh, 52,14 Wochen.
Die Stromersparnis liegt bei rund 40 bis 53 Euro im Jahr. Hinzu kommt Wasser: Alte Geräte benötigen häufig 16 bis 22 Liter je Spülgang statt 9 bis 12. Ein Austausch allein wegen der Stromkosten lohnt selten, in Kombination mit anstehenden Reparaturen und dem Wasserverbrauch sieht die Rechnung anders aus.
Zeitvorwahl und Nachtstrom
Viele Geräte bieten eine Startzeitvorwahl. Am Verbrauch ändert sie nichts, denn dasselbe Programm benötigt dieselbe Energie, unabhängig von der Uhrzeit.
Günstiger wird es nur mit einem Tarif, der unterschiedliche Preise für verschiedene Tageszeiten vorsieht. Klassische Nachtstromtarife setzen einen eigenen Zähler voraus und lohnen sich in der Regel nur bei Nachtspeicherheizungen oder Wärmepumpen. Bei dynamischen Tarifen mit intelligentem Messsystem kann die Verlagerung dagegen einige Cent je Spülgang bringen.
Ein praktischer Grund für die Zeitvorwahl bleibt die Photovoltaikanlage: Wer den Geschirrspüler mittags laufen lässt, deckt einen Teil des Verbrauchs mit eigenem Strom und zahlt statt des Arbeitspreises nur die eigenen Stromgestehungskosten von rund 0,10 bis 0,14 Euro je Kilowattstunde.
Verbrauch selbst messen
Der Labelwert gilt für das Eco-Programm unter Normbedingungen mit definierter Beladung. Ihr Alltag weicht davon ab.
Ein Energiekostenmessgerät für 15 bis 30 Euro liefert den echten Wert:
- Messgerät zwischen Steckdose und Geschirrspüler stecken
- einen kompletten Programmdurchlauf messen, nicht nur einen Ausschnitt
- den Wert für Eco, Automatik und Kurzprogramm einzeln notieren
Nach drei Messungen kennen Sie Ihre persönliche Programm-Tabelle und wissen, welche Wahl im Alltag wirklich spart.
Stromkosten senken: was beim Geschirrspüler wirkt
- Eco-Programm als Standard. Es ist das sparsamste Programm, auch wenn es am längsten läuft.
- Nur voll beladen starten. Zwei halbe Ladungen kosten deutlich mehr als eine volle.
- Kurzprogramm gezielt einsetzen. Es spart Zeit, meist keine Energie.
- Nicht vorspülen. Grobe Reste entfernen genügt, warmes Wasser aus dem Hahn kostet zusätzlich.
- Siebe reinigen und Salz nachfüllen. Beides hält die Reinigungsleistung stabil und verhindert Nachspülgänge.
- Enthärtung auf die Wasserhärte einstellen. Kalk am Heizstab verlängert jede Heizphase.
Häufige Fragen
Was kostet ein Spülgang?
Bei 0,34 €/kWh kostet ein Eco-Spülgang mit 0,85 kWh rund 29 Cent. Ein Intensivprogramm mit 1,40 kWh kommt auf etwa 48 Cent. Wasser, Abwasser und Reiniger kommen separat hinzu.
Wie viel Watt hat ein Geschirrspüler?
Auf dem Typenschild stehen meist 1.700 bis 2.200 Watt. Diese Leistung wird nur während der Heizphasen abgerufen. Dazwischen liegt die Aufnahme bei 50 bis 150 Watt für Umwälzpumpe und Steuerung.
Ist Spülen von Hand günstiger?
In der Regel nicht, wenn die Maschine voll beladen läuft. Handspülen unter fließendem warmem Wasser verbraucht schnell 30 bis 60 Liter, die ebenfalls erhitzt werden müssen. Bei sehr wenig Geschirr in einer Spülschüssel kann Handspülen günstiger sein.
Warum dauert das Eco-Programm so lange?
Weil es mit niedrigerer Temperatur arbeitet und die geringere Temperatur durch längere Einwirkzeit ausgleicht. Die lange Laufzeit ist Teil des Sparprinzips und kein Defekt.
Wie viel Strom verbraucht ein Geschirrspüler im Jahr?
Bei fünf Eco-Spülgängen pro Woche sind das rund 222 kWh und damit etwa 75 Euro im Jahr. Bei täglicher Nutzung im Automatikprogramm können es 300 kWh und mehr sein. Der eigene Wert hängt an Häufigkeit, Programm und Beladung.
Weiterrechnen
Auch beim Wasserkochen entscheidet die erhitzte Wassermenge über die Kosten. Die Rechnung dazu steht im Beitrag Wasserkocher Stromverbrauch. Wie sich der Verbrauch beim Waschen verhält, zeigt der Beitrag Waschmaschine Stromverbrauch.
Mit dem Stromkostenrechner berechnen Sie die Kosten Ihres Geschirrspülers mit Ihrer tatsächlichen Wattzahl, Ihrer Nutzungsdauer und Ihrem eigenen Strompreis.
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