Gefrierschrank Stromverbrauch: kWh und Kosten pro Jahr
Wie viel Strom ein Gefrierschrank pro Jahr verbraucht, was Truhe und Schrank unterscheidet und wie Vereisung und Standort die Kosten beeinflussen.
Ein moderner Gefrierschrank verbraucht je nach Größe etwa 150 bis 300 Kilowattstunden pro Jahr. Bei einem angenommenen Strompreis von 0,34 €/kWh sind das rund 51 bis 102 Euro im Jahr. Ältere Geräte aus den 2000er Jahren liegen häufig bei 350 bis 600 kWh und damit bei 119 bis 204 Euro.
Der Gefrierschrank ist damit in vielen Haushalten der teuerste Dauerläufer, teurer als der Kühlschrank. Der Grund liegt im Temperaturunterschied: minus 18 Grad gegen rund 20 Grad Raumtemperatur sind 38 Kelvin Differenz, beim Kühlschrank sind es nur etwa 13.
Wie viel Strom verbraucht ein Gefriergerät pro Jahr?
| Bauform und Größe | Typischer Jahresverbrauch | Kosten pro Jahr |
|---|---|---|
| Gefrierschrank, 100 bis 150 Liter | 150 bis 200 kWh | 51,00 bis 68,00 € |
| Gefrierschrank, 200 bis 280 Liter | 200 bis 300 kWh | 68,00 bis 102,00 € |
| Gefriertruhe, 100 bis 200 Liter | 130 bis 220 kWh | 44,20 bis 74,80 € |
| Gefriertruhe, 250 bis 400 Liter | 200 bis 320 kWh | 68,00 bis 108,80 € |
| Gerät älter als 15 Jahre | 350 bis 600 kWh | 119,00 bis 204,00 € |
Annahmen: Dauerbetrieb über 8.760 Stunden, minus 18 °C Innentemperatur, Umgebungstemperatur rund 20 °C, normale Beladung, 0,34 €/kWh.
Bei Neugeräten steht der Jahresverbrauch auf dem EU-Energielabel. Bei Altgeräten hilft nur eine Messung, weil sich Dichtungen, Dämmung und Kältemittelkreislauf über die Jahre verändert haben.
Truhe oder Schrank: der Unterschied
Gefriertruhen verbrauchen bei gleichem Volumen in der Regel weniger als Gefrierschränke. Der Grund ist einfach: Kalte Luft ist schwerer als warme. Beim Öffnen des Deckels bleibt sie in der Truhe liegen, während sie aus einem Schrank nach unten herausfällt und durch Raumluft ersetzt wird.
| Kriterium | Gefriertruhe | Gefrierschrank |
|---|---|---|
| Verbrauch bei gleichem Volumen | rund 10 bis 20 Prozent niedriger | Referenz |
| Kälteverlust beim Öffnen | gering | höher |
| Übersicht und Zugriff | schlechter, gestapelt | besser, in Schubladen |
| Stellfläche | groß | kompakt |
| Nutzbares Volumen je Stellfläche | gut | sehr gut |
Der Verbrauchsvorteil der Truhe relativiert sich in der Praxis. Wer in einer Truhe lange nach Tiefkühlware sucht, hält den Deckel länger offen. Wer im Schrank gezielt eine Schublade zieht, verliert weniger Kälte als beim minutenlangen Wühlen.
Stromkosten berechnen: ein vollständiges Beispiel
Ein Gefrierschrank mit 220 Litern weist auf dem Label 245 kWh pro Jahr aus.
- Mittlere Leistung: 245 × 1.000 ÷ 8.760 = 27,97 Watt, gerundet 28 Watt
- Verbrauch pro Tag: 28 × 24 ÷ 1.000 = 0,672 kWh
- Verbrauch pro Jahr: 0,672 × 365 = 245,28 kWh
- Kosten pro Jahr: 245,28 × 0,34 = 83,40 Euro
- Kosten pro Monat: 83,40 ÷ 12 = 6,95 Euro
Die allgemeine Formel lautet kWh = Watt × Betriebsstunden ÷ 1.000 und Stromkosten = kWh × Strompreis.
Mit dem Stromkostenrechner rechnen Sie das mit Ihrer eigenen Wattzahl und Ihrem eigenen Strompreis durch. Tragen Sie 24 Betriebsstunden und sieben Tage pro Woche ein.
Kosten pro Tag, Monat und Jahr im Überblick
| Jahresverbrauch | Verbrauch pro Tag | Kosten pro Monat | Kosten pro Jahr |
|---|---|---|---|
| 150 kWh | 0,41 kWh | 4,25 € | 51,00 € |
| 200 kWh | 0,55 kWh | 5,67 € | 68,00 € |
| 245 kWh | 0,67 kWh | 6,95 € | 83,40 € |
| 350 kWh | 0,96 kWh | 9,92 € | 119,00 € |
| 500 kWh | 1,37 kWh | 14,17 € | 170,00 € |
Annahmen: 0,34 €/kWh, Monatswert als Zwölftel des Jahreswerts.
Was den Verbrauch beeinflusst
Vereisung
Der wichtigste Punkt bei Geräten ohne No-Frost-Technik. Eine Eisschicht wirkt als Dämmung zwischen der Kühlfläche und dem Innenraum. Die Wärmeübertragung verschlechtert sich, der Kompressor läuft länger.
Als Faustregel gilt: Ab einer Schicht von etwa fünf Millimetern lohnt das Abtauen. Bei einer Schicht von mehreren Zentimetern kann der Mehrverbrauch deutlich zweistellig ausfallen.
No-Frost-Geräte tauen automatisch ab. Sie verbrauchen dafür etwas mehr Grundenergie, halten den Verbrauch aber über die Jahre konstant.
Umgebungstemperatur und Klimaklasse
Ein Gefrierschrank in einer 25 Grad warmen Küche arbeitet gegen eine größere Temperaturdifferenz als derselbe Schrank in einem 15 Grad kühlen Keller.
Achten Sie dabei auf die Klimaklasse auf dem Typenschild:
- SN: 10 bis 32 °C
- N: 16 bis 32 °C
- ST: 16 bis 38 °C
- T: 16 bis 43 °C
Ein Gerät der Klasse N in einer 8 Grad kalten Garage arbeitet außerhalb seiner Spezifikation. Der Kompressor springt zu selten an, die Innentemperatur kann über minus 18 Grad steigen und die Ware antauen. Für unbeheizte Räume brauchen Sie ein Gerät der Klasse SN oder ein ausdrücklich als kellertauglich gekennzeichnetes Modell.
Temperatureinstellung
Minus 18 Grad genügen für die Lagerung von Tiefkühlware. Jedes Grad kälter erhöht den Verbrauch spürbar, ohne die Haltbarkeit im gleichen Maß zu verlängern. Prüfen Sie die tatsächliche Innentemperatur mit einem Thermometer, die Stufenanzeige am Regler sagt darüber wenig aus.
Die Schnellgefrierfunktion senkt die Temperatur vorübergehend deutlich. Sie ist beim Einlagern größerer Mengen sinnvoll, sollte aber nicht dauerhaft aktiv bleiben. Viele Geräte schalten sie nach einigen Stunden automatisch ab.
Beladung
Ein gut gefüllter Gefrierschrank hält die Temperatur nach dem Öffnen besser, weil die gefrorene Ware als Kältespeicher wirkt. Ein halb leeres Gerät kühlt vor allem Luft, die bei jedem Öffnen ausgetauscht wird.
Wer dauerhaft nur die Hälfte nutzt, sollte ein kleineres Gerät in Betracht ziehen. Leere Fächer lassen sich behelfsweise mit Wasserflaschen füllen, das ersetzt aber keine passende Gerätegröße.
Türdichtungen
Der Papierstreifen-Test funktioniert wie beim Kühlschrank: Blatt einklemmen, Tür schließen, herausziehen. Lässt es sich ohne Widerstand herausziehen, dichtet die Tür an dieser Stelle nicht mehr. Poröse oder verhärtete Dichtungen lassen sich bei den meisten Geräten einzeln tauschen.
Alter des Geräts
Zwischen einem 15 Jahre alten und einem neuen Gerät gleicher Größe liegen häufig 200 bis 350 Kilowattstunden im Jahr, also 68 bis 119 Euro. Bei Gefriergeräten ist der Austausch damit meist deutlich lohnender als bei Kühlschränken.
Alt gegen neu: wann sich der Tausch rechnet
| Gerät | Verbrauch pro Jahr | Kosten pro Jahr | Ersparnis pro Jahr |
|---|---|---|---|
| Altgerät, 15 Jahre, 250 Liter | 480 kWh | 163,20 € | Referenz |
| Neugerät, gleiche Größe | 245 kWh | 83,40 € | 79,80 € |
| Neugerät, sehr effizient | 180 kWh | 61,20 € | 102,00 € |
Annahmen: gleiche Nutzung, gleicher Aufstellort, 0,34 €/kWh.
Bei rund 80 Euro Ersparnis im Jahr amortisiert sich ein Gerät für 450 Euro rechnerisch nach etwa 5,6 Jahren. Besonders lohnend ist der Blick auf selten genutzte Zweitgeräte im Keller oder in der Garage.
Das EU-Energielabel für Gefriergeräte
Gefrierschränke und Gefriertruhen tragen seit März 2021 das EU-Energielabel mit der Skala A bis G. Die früheren Zusatzklassen A+, A++ und A+++ gibt es für neu gekennzeichnete Geräte nicht mehr.
Auf dem Label steht der Jahresverbrauch in Kilowattstunden. Das ist die Zahl, mit der Sie rechnen. Die Effizienzklasse setzt diesen Verbrauch ins Verhältnis zum Volumen, deshalb kann ein großes Gerät der Klasse D absolut mehr verbrauchen als ein kleines Gerät der Klasse F.
Weitere Angaben auf dem Label sind das Gefriervolumen in Litern, die Geräuschemission und die Lagerzeit bei Störung. Über den QR-Code gelangen Sie in die europäische Produktdatenbank EPREL.
Ältere Geräte im Bestand tragen noch das alte Label mit A+ bis A+++. Diese Werte beruhen auf einer anderen Messgrundlage und lassen sich nicht direkt mit der neuen Skala vergleichen.
Was das Einfrieren selbst kostet
Neben dem Halten der Temperatur kostet auch das Herunterkühlen frischer Ware Energie. Der Anteil ist kleiner, als viele vermuten.
Um ein Kilogramm Lebensmittel von 20 Grad auf minus 18 Grad zu bringen, werden je nach Wassergehalt rund 0,09 bis 0,12 Kilowattstunden benötigt, einschließlich der Energie für den Phasenübergang beim Gefrieren.
| Menge frischer Ware | Energiebedarf | Kosten |
|---|---|---|
| 1 kg | rund 0,10 kWh | 0,03 € |
| 5 kg | rund 0,50 kWh | 0,17 € |
| 10 kg | rund 1,00 kWh | 0,34 € |
| 25 kg, Großeinkauf | rund 2,50 kWh | 0,85 € |
Annahmen: Ausgangstemperatur 20 °C, Zieltemperatur minus 18 °C, mittlerer Wassergehalt, Wirkungsgrad des Kältekreislaufs berücksichtigt, 0,34 €/kWh.
Selbst ein Großeinkauf mit 25 Kilogramm kostet damit weniger als einen Euro. Der Dauerbetrieb bleibt der bestimmende Posten.
Lassen Sie warme Speisen trotzdem vor dem Einfrieren abkühlen. Nicht wegen der Kosten, sondern weil sie die Temperatur im gesamten Gefrierfach anheben und bereits gefrorene Ware antauen lassen können.
Stromausfall: wie lange hält die Kälte?
Auf dem Energielabel steht die Lagerzeit bei Störung in Stunden. Sie gibt an, wie lange die Innentemperatur bei ausgefallener Kühlung unter minus 9 Grad bleibt. Typisch sind 12 bis 30 Stunden, bei Truhen eher mehr als bei Schränken.
Drei Punkte helfen im Ernstfall:
- Tür oder Deckel geschlossen lassen, jede Öffnung verkürzt die Zeit deutlich
- ein voll beladenes Gerät hält länger, weil die gefrorene Ware als Kältespeicher wirkt
- bei längerem Ausfall Decken über das Gerät legen, das verzögert den Wärmeeintrag
Verbrauch selbst messen
Der Labelwert stammt aus einem genormten Prüfverfahren. Ihr Gerät steht in Ihrem Raum, wird von Ihnen geöffnet und ist unterschiedlich beladen.
- Messgerät zwischen Steckdose und Gefriergerät stecken
- mindestens 48 Stunden messen, besser 72 Stunden
- abgelesenen kWh-Wert durch die Messstunden teilen und mit 1.000 multiplizieren
Beispiel: 2,05 kWh in 72 Stunden ergeben 2,05 ÷ 72 × 1.000 = 28,47 Watt mittlere Leistungsaufnahme.
Messen Sie nicht kürzer als 24 Stunden. Der Kompressor taktet, eine kurze Messung erwischt entweder eine Pause mit null Watt oder eine Laufphase mit 90 bis 150 Watt.
Stromkosten senken: was beim Gefriergerät wirkt
- Regelmäßig abtauen. Bei Geräten ohne No-Frost, sobald die Eisschicht deutlich sichtbar wird.
- Minus 18 Grad einstellen. Kälter bringt keine längere Haltbarkeit, kostet aber Energie.
- Kühlen Aufstellort wählen, aber die Klimaklasse beachten.
- Türdichtungen prüfen. Der Papiertest dauert eine Minute.
- Gerätegröße an den Bedarf anpassen. Ein dauerhaft halb leeres Gerät ist die teuerste Variante.
- Warme Speisen abkühlen lassen, bevor sie eingefroren werden.
- Zweitgeräte hinterfragen. Eine selten genutzte Truhe im Keller kostet leicht 80 bis 160 Euro im Jahr.
Häufige Fragen
Was kostet ein Gefrierschrank im Jahr?
Bei 245 kWh Jahresverbrauch und 0,34 €/kWh sind das rund 83 Euro im Jahr oder etwa 6,95 Euro im Monat. Ein altes Gerät mit 480 kWh kommt auf rund 163 Euro im Jahr.
Wie viel Watt hat ein Gefrierschrank?
Auf dem Typenschild stehen meist 90 bis 150 Watt. Das ist die Kompressorleistung während des Betriebs. Da der Kompressor taktet, liegt die durchschnittliche Leistungsaufnahme je nach Gerät bei etwa 17 bis 55 Watt.
Verbraucht eine Gefriertruhe weniger als ein Gefrierschrank?
Bei gleichem Volumen in der Regel ja, etwa 10 bis 20 Prozent. Kalte Luft bleibt beim Öffnen in der Truhe liegen, während sie aus einem Schrank herausfällt. In der Praxis hängt der Vorteil davon ab, wie lange der Deckel offen steht.
Wie viel kostet Vereisung?
Das lässt sich nicht pauschal beziffern, weil es von der Schichtdicke und vom Gerät abhängt. Sicher ist die Richtung: Je dicker die Eisschicht, desto schlechter die Wärmeübertragung und desto länger läuft der Kompressor. Regelmäßiges Abtauen kostet nichts außer etwas Zeit.
Lohnt sich der Austausch eines alten Gefriergeräts?
Häufiger als beim Kühlschrank. Zwischen einem 15 Jahre alten und einem neuen Gerät gleicher Größe liegen oft 200 bis 350 kWh im Jahr, also 68 bis 119 Euro. Messen Sie den tatsächlichen Verbrauch des Altgeräts, bevor Sie mit Listenwerten kalkulieren.
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Kühlschrank und Gefriergerät sind die beiden Dauerläufer in der Küche. Die Rechnung für den Kühlschrank steht im Beitrag Kühlschrank Stromverbrauch.
Mit dem Stromkostenrechner berechnen Sie die Kosten Ihres Gefriergeräts mit der gemessenen Wattzahl, 24 Betriebsstunden und Ihrem eigenen Strompreis.
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