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Haushaltsgeräte

Herd Stromverbrauch: Ceranfeld und Induktion im Vergleich

Was Kochen mit Induktion, Ceranfeld und alter Kochplatte kostet, wie groß der Effizienzunterschied wirklich ist und wie Sie Ihren Verbrauch berechnen.

Redaktion Stromkostenrechners.de

Ein Kochvorgang von 30 Minuten kostet je nach Kochfeldtyp etwa 0,25 bis 0,50 Kilowattstunden. Bei einem angenommenen Strompreis von 0,34 €/kWh sind das rund 9 bis 17 Cent. Ein Zwei-Personen-Haushalt, der täglich eine halbe Stunde kocht, kommt auf etwa 90 bis 180 Kilowattstunden im Jahr und damit auf 31 bis 61 Euro.

Der Unterschied zwischen Induktion und einer alten Gusseisenplatte liegt bei rund 40 Prozent. Entscheidend ist, wie viel der eingesetzten Energie tatsächlich im Topfboden ankommt und nicht an die Umgebung verloren geht.

Herd, Kochfeld, Backofen: die Begriffe

Die drei Wörter werden im Alltag vermischt, meinen aber verschiedene Dinge.

  • Kochfeld ist die Fläche mit den Kochzonen. Sie sitzt in der Arbeitsplatte.
  • Backofen ist der Garraum darunter oder daneben. Er hat einen eigenen Anschluss und einen eigenen Verbrauch.
  • Herd bezeichnet die Kombination aus beidem, entweder als frei stehendes Gerät oder als Einbauset aus Kochfeld und Backofen.

Dieser Beitrag rechnet das Kochfeld. Die Kosten des Backofens stehen im Beitrag Backofen Stromverbrauch. Wer beide Werte addieren möchte, rechnet sie getrennt aus, weil sich Betriebsdauer und Leistung stark unterscheiden.

Wie viel Strom verbraucht ein Kochfeld?

KochfeldtypWirkungsgrad, RichtwertVerbrauch, 30 MinutenKosten bei 0,34 €/kWh
Induktionrund 85 Prozent0,25 bis 0,32 kWh0,09 bis 0,11 €
Ceranfeld mit Strahlungsheizkörperrund 70 Prozent0,32 bis 0,40 kWh0,11 bis 0,14 €
Ceranfeld mit Halogenheizkörperrund 68 Prozent0,34 bis 0,42 kWh0,12 bis 0,14 €
Gusseiserne Kochplatte, Altgerätrund 55 Prozent0,42 bis 0,55 kWh0,14 bis 0,19 €

Annahmen: eine Kochzone, mittlere Leistungsstufe, passender Topfdurchmesser, 30 Minuten Kochzeit inklusive Ankochen, 0,34 €/kWh. Die Wirkungsgrade sind Richtwerte für den Vergleich, nicht für exakte Berechnungen einzelner Geräte.

Auf dem Typenschild eines Kochfelds steht der Anschlusswert, meist 6.000 bis 7.400 Watt. Das ist die Summe aller Kochzonen bei voller Leistung. Im Alltag laufen selten alle Zonen gleichzeitig auf höchster Stufe. Eine einzelne Kochzone liegt je nach Größe bei 1.200 bis 2.400 Watt, Bräterzonen und Boostfunktionen darüber.

Warum Induktion sparsamer ist

Bei Induktion erzeugt eine Spule unter der Glaskeramik ein magnetisches Wechselfeld. Dieses Feld erwärmt direkt den ferromagnetischen Topfboden. Die Kochfläche selbst wird nur durch die Rückwärme des Topfes warm.

Bei Strahlungs- und Halogenheizkörpern heizt ein Heizelement zunächst die Glaskeramik auf, die die Wärme an den Topf weitergibt. Ein Teil der Energie geht dabei an die Umgebung und an die Kochfeldmasse verloren. Bei gusseisernen Platten kommt die Masse der Platte selbst hinzu, die erst aufgeheizt werden muss.

Der praktische Unterschied zeigt sich beim Ankochen. Ein Liter Wasser erreicht auf Induktion in etwa vier bis fünf Minuten den Siedepunkt, auf einem Ceranfeld in sechs bis acht Minuten, auf einer Gussplatte in neun bis zwölf Minuten.

Induktion reagiert außerdem sofort auf die Reglerstellung. Beim Zurückschalten sinkt die Leistung ohne Verzögerung, während ein Strahlungsheizkörper noch minutenlang nachheizt.

Stromkosten berechnen: ein vollständiges Beispiel

Ein Haushalt kocht täglich 40 Minuten auf einem Induktionskochfeld. Im Schnitt laufen anderthalb Kochzonen mit einer durchschnittlichen Leistungsaufnahme von 900 Watt.

  1. Verbrauch pro Tag: 900 × 0,67 ÷ 1.000 = 0,60 kWh
  2. Verbrauch pro Woche: 0,60 × 7 = 4,20 kWh
  3. Jahresverbrauch: 4,20 × 52,142857 = 219,00 kWh
  4. Kosten pro Jahr: 219,00 × 0,34 = 74,46 Euro
  5. Kosten pro Monat: 74,46 ÷ 12 = 6,21 Euro

Auf einem alten Kochfeld mit gusseisernen Platten und einer mittleren Aufnahme von 1.350 Watt ergäbe dieselbe Kochzeit 328,50 kWh und 111,69 Euro im Jahr. Die Differenz liegt bei rund 37 Euro.

Mit dem Stromkostenrechner prüfen Sie das mit Ihrer eigenen Kochzeit und Ihrem eigenen Strompreis. Tragen Sie als Leistung nicht den Anschlusswert des Kochfelds ein, sondern die tatsächlich genutzte mittlere Leistung.

Jahreskosten nach Kochdauer

Kochzeit pro TagInduktion, 900 WCeranfeld, 1.100 WGussplatte, 1.350 W
15 Minuten27,92 €34,12 €41,88 €
30 Minuten55,84 €68,25 €83,77 €
45 Minuten83,77 €102,37 €125,65 €
60 Minuten111,69 €136,50 €167,54 €

Annahmen: mittlere Leistungsaufnahme über alle genutzten Kochzonen, sieben Tage pro Woche, 0,34 €/kWh, 52,14 Wochen.

Induktion gegen Ceran: lohnt der Wechsel?

Bei 30 Minuten Kochzeit täglich liegt der Unterschied zwischen Induktion und einem Ceranfeld mit Strahlungsheizkörpern bei rund 12 Euro im Jahr. Das allein trägt einen Neukauf nicht.

Ein Wechsel rechnet sich eher, wenn andere Gründe hinzukommen:

  • Das alte Kochfeld hat gusseiserne Platten. Dann liegt die Differenz bei rund 28 Euro im Jahr.
  • Es wird viel und lange gekocht, etwa in einem Haushalt mit vier oder fünf Personen.
  • Das vorhandene Gerät ist ohnehin defekt oder die Küche wird umgebaut.

Zu bedenken ist außerdem das Kochgeschirr. Induktion braucht ferromagnetische Topfböden. Ein einfacher Test: Bleibt ein Magnet am Topfboden haften, funktioniert der Topf auf Induktion. Reine Aluminium-, Kupfer- und viele Edelstahltöpfe ohne Sandwichboden sind ungeeignet. Ein kompletter Topfsatz kostet schnell mehr als die Stromersparnis mehrerer Jahre.

Was den Verbrauch beim Kochen beeinflusst

Topfgröße und Zonengröße

Ein 16-Zentimeter-Topf auf einer 21-Zentimeter-Zone verschwendet Energie, weil die überstehende Fläche an die Luft abstrahlt. Bei Induktion ist der Effekt kleiner, weil das Feld nur dort wirkt, wo Metall liegt, viele Geräte schalten bei zu kleinem Topf sogar ab.

Deckel

Der wirksamste Handgriff überhaupt. Ohne Deckel entweicht Dampf und damit Energie. Wasser kocht mit Deckel deutlich schneller, und die Halteleistung sinkt spürbar. Bei einem Topf Nudelwasser macht das je Kochvorgang mehrere Cent aus.

Wassermenge

Für Nudeln oder Kartoffeln genügt deutlich weniger Wasser, als viele Rezepte nennen. Jeder Liter, der nicht erhitzt wird, spart rund 0,1 Kilowattstunden.

Leistungsstufe

Ankochen auf hoher Stufe, dann zurückschalten. Wer die Stufe oben lässt, kocht nicht schneller, sondern verdampft nur mehr Wasser.

Topfboden

Ein verzogener oder unebener Topfboden hat schlechten Kontakt zur Kochfläche. Auf Ceran- und Gussfeldern verschlechtert das die Wärmeübertragung deutlich.

Restwärme

Ceran- und Gussfelder speichern Wärme. Wer zwei bis fünf Minuten vor Ende abschaltet, gart mit der gespeicherten Energie fertig. Bei Induktion funktioniert das kaum, weil das Feld sofort abschaltet und nur der Topf Wärme speichert.

Kochfeld oder Wasserkocher?

Für reines Wasserkochen ist der Wasserkocher fast immer sparsamer, weil er das Wasser direkt umschließt und kaum Wärme an die Umgebung verliert.

MethodeVerbrauch für 1 LiterKosten
Wasserkocher, 2.000 Wrund 0,11 kWh0,04 €
Induktion mit Deckelrund 0,13 kWh0,04 €
Ceranfeld mit Deckelrund 0,16 kWh0,05 €
Ceranfeld ohne Deckelrund 0,20 kWh0,07 €

Annahmen: 1 Liter Leitungswasser von 15 °C auf 100 °C, passender Topfdurchmesser, 0,34 €/kWh. Die theoretisch nötige Energie liegt bei rund 0,099 kWh, der Rest sind Verluste.

Praktisch bedeutet das: Nudelwasser im Wasserkocher vorwärmen und dann in den Topf umfüllen, spart bei jedem Kochvorgang einige Cent. Die Details stehen im Beitrag Wasserkocher Stromverbrauch.

Was einzelne Gerichte kosten

Die folgenden Werte sind Beispielrechnungen für ein Induktionskochfeld. Sie zeigen, dass die Garzeit den Verbrauch stärker bestimmt als die Leistungsstufe beim Ankochen.

GerichtAblaufVerbrauchKosten
Nudeln für zwei Personen2 l Wasser aufkochen, 10 min sieden0,32 kWh0,11 €
Kartoffeln, 1 kg1,5 l Wasser, 20 min sieden0,38 kWh0,13 €
Spiegeleier, Pfanne5 min mittlere Stufe0,08 kWh0,03 €
Suppe, 2 l, 45 minaufkochen, dann leicht sieden0,55 kWh0,19 €
Schmorbraten, 2 Stundenankochen, dann niedrige Stufe1,10 kWh0,37 €

Annahmen: Induktionskochfeld, passender Topfdurchmesser, Deckel geschlossen, 0,34 €/kWh. Ohne Deckel steigen die Werte je nach Gericht um 20 bis 40 Prozent.

Auffällig ist der Schmorbraten. Zwei Stunden auf niedriger Stufe kosten mehr als jedes kurze Gericht auf höchster Stufe. Für lange Garzeiten lohnt deshalb der Schnellkochtopf, der die Garzeit oft halbiert.

Gas oder Strom: was der Vergleich wirklich zeigt

Ein Gaskochfeld hat einen thermischen Wirkungsgrad von rund 40 bis 55 Prozent, weil ein großer Teil der Flamme am Topf vorbeistreicht. Induktion liegt bei rund 85 Prozent.

Beim reinen Energieeinsatz braucht Gas also mehr Kilowattstunden für dasselbe Ergebnis. Ob es günstiger ist, hängt am Preisverhältnis: Erdgas kostet je Kilowattstunde deutlich weniger als Strom. Bei einem Gaspreis, der etwa ein Drittel des Strompreises beträgt, kocht Gas trotz des schlechteren Wirkungsgrads günstiger.

Für die Entscheidung sind neben den laufenden Kosten der vorhandene Gasanschluss, die Anschaffungskosten und die Anforderungen an die Küchenlüftung ausschlaggebend. Eine allgemeingültige Aussage lässt sich daraus nicht ableiten.

Verbrauch selbst messen

Kochfelder hängen fast immer fest am Starkstromanschluss. Ein Steckdosenmessgerät lässt sich deshalb nicht verwenden.

Es bleibt der Blick auf den Stromzähler:

  1. Alle anderen großen Verbraucher ausschalten
  2. Zählerstand notieren
  3. einen typischen Kochvorgang durchführen
  4. Zählerstand erneut notieren

Die Differenz ist der Verbrauch in Kilowattstunden. Wiederholen Sie das für zwei oder drei typische Gerichte, dann kennen Sie Ihren Durchschnittswert und können ihn in den Rechner eintragen.

Moderne digitale Zähler zeigen zusätzlich die momentane Leistungsaufnahme in Watt an. Damit sehen Sie unmittelbar, wie viel eine Kochzone auf Stufe 9 gegenüber Stufe 5 zieht.

Stromkosten senken: was beim Kochen wirkt

  • Deckel benutzen. Der größte Einzelhebel, kostet nichts.
  • Topfgröße an die Kochzone anpassen. Überstehende Fläche strahlt Wärme ab.
  • Nur so viel Wasser wie nötig. Jeder überflüssige Liter kostet rund 3 Cent.
  • Nach dem Ankochen zurückschalten. Sprudelndes Wasser ist nicht heißer als leicht siedendes.
  • Restwärme nutzen. Bei Ceran- und Gussfeldern einige Minuten vor Ende abschalten.
  • Schnellkochtopf für lange Garzeiten. Er verkürzt die Garzeit deutlich und spart entsprechend Energie.
  • Wasserkocher für heißes Wasser. Auch für Nudel- und Kartoffelwasser.

Häufige Fragen

Wie viel Watt hat ein Herd?

Der Anschlusswert eines Kochfelds liegt meist bei 6.000 bis 7.400 Watt. Das ist die Summe aller Kochzonen bei voller Leistung. Eine einzelne Kochzone liegt bei 1.200 bis 2.400 Watt, mit Boostfunktion auch darüber. Im Alltag wird dieser Anschlusswert praktisch nie ausgeschöpft.

Verbraucht Induktion wirklich weniger Strom als Ceran?

Ja, etwa 15 bis 20 Prozent gegenüber einem Ceranfeld mit Strahlungsheizkörpern und rund 40 Prozent gegenüber alten Gussplatten. In Euro sind das bei 30 Minuten Kochzeit täglich etwa 12 beziehungsweise 28 Euro im Jahr.

Was kostet eine Stunde Kochen?

Bei 0,34 €/kWh und einer mittleren Aufnahme von 900 Watt auf Induktion kostet eine Stunde rund 31 Cent. Auf einem Ceranfeld mit 1.100 Watt sind es etwa 37 Cent, auf alten Gussplatten mit 1.350 Watt rund 46 Cent.

Brauche ich neue Töpfe für Induktion?

Nur wenn die vorhandenen nicht magnetisch sind. Halten Sie einen Magneten an den Topfboden: Bleibt er haften, funktioniert der Topf. Reine Aluminium- und Kupfertöpfe sowie viele einfache Edelstahltöpfe ohne Sandwichboden sind ungeeignet.

Wie viel Strom verbraucht ein Herd im Jahr?

Bei 40 Minuten Kochen täglich auf Induktion sind das rund 219 kWh und damit etwa 74 Euro im Jahr. Der Backofen kommt separat hinzu, bei drei Backvorgängen pro Woche etwa 31 Euro.

Weiterrechnen

Der Backofen wird getrennt gerechnet, die Zahlen dazu stehen im Beitrag Backofen Stromverbrauch. Für heißes Wasser ist der Wasserkocher meist die sparsamste Lösung.

Mit dem Stromkostenrechner berechnen Sie die Kosten Ihres Kochfelds mit Ihrer gemessenen Leistungsaufnahme, Ihrer Kochdauer und Ihrem eigenen Strompreis.

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Rechnen Sie es mit Ihren eigenen Werten durch

Wattzahl, Laufzeit und Arbeitspreis eintragen, Ergebnis für Tag, Woche, Monat und Jahr ablesen.

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