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Haushaltsgeräte

Fernseher Stromverbrauch: Kosten pro Stunde nach Zollgröße

Wie viel Watt ein Fernseher zieht, was eine Stunde Fernsehen kostet und wie sich 43, 55 und 65 Zoll sowie OLED und LED im Verbrauch unterscheiden.

Redaktion Stromkostenrechners.de

Ein moderner Fernseher zieht im Betrieb je nach Größe und Technik etwa 50 bis 180 Watt. Eine Stunde Fernsehen kostet damit bei einem angenommenen Strompreis von 0,34 €/kWh rund 1,7 bis 6,1 Cent. Wer täglich vier Stunden schaut, kommt auf etwa 73 bis 263 Kilowattstunden im Jahr und damit auf 25 bis 89 Euro.

Die Bildschirmdiagonale allein sagt wenig über den Verbrauch. Panel-Technik, Helligkeitseinstellung und der Bildmodus wirken sich mindestens genauso stark aus. Ein hell eingestellter 55-Zöller kann mehr ziehen als ein sparsam eingestellter 65-Zöller.

Wie viel Watt hat ein Fernseher?

Die folgenden Werte beziehen sich auf den normalen SDR-Betrieb mit werkseitiger Bildeinstellung.

BildschirmdiagonaleLED / LCDOLEDKosten je Stunde bei 0,34 €/kWh
32 Zoll (rund 80 cm)30 bis 50 Wnicht üblich0,01 bis 0,02 €
43 Zoll (rund 109 cm)50 bis 80 W70 bis 100 W0,02 bis 0,03 €
55 Zoll (rund 139 cm)70 bis 110 W90 bis 140 W0,02 bis 0,05 €
65 Zoll (rund 165 cm)90 bis 150 W120 bis 180 W0,03 bis 0,06 €
75 Zoll (rund 189 cm)120 bis 200 W160 bis 230 W0,04 bis 0,08 €

Annahmen: SDR-Inhalte, Standardbildmodus, mittlere Helligkeit, 0,34 €/kWh. HDR-Inhalte liegen je nach Gerät 40 bis 60 Prozent höher.

Die Spannen überschneiden sich bewusst. Zwei 55-Zoll-Geräte unterschiedlicher Bauart können sich im Verbrauch um den Faktor zwei unterscheiden.

Warum die Zollgröße allein nicht reicht

Drei Faktoren wirken stärker als die reine Fläche.

Panel-Technik. LED- und LCD-Fernseher arbeiten mit einer Hintergrundbeleuchtung, die die gesamte Fläche durchleuchtet. Der Verbrauch bleibt über verschiedene Bildinhalte relativ konstant. OLED-Panels erzeugen das Licht in jedem Bildpunkt selbst. Dunkle Szenen verbrauchen dadurch sehr wenig, sehr helle Szenen deutlich mehr. Über einen ganzen Film gleicht sich das aus, im Mittel liegt OLED je nach Inhalt gleichauf oder etwas darüber.

Helligkeit. Die Hintergrundbeleuchtung ist der größte Einzelposten. Von 100 auf 60 Prozent zurückgeregelt sinkt der Verbrauch bei vielen Geräten um 25 bis 40 Prozent. Im Wohnzimmer bei normalem Licht ist die Werkseinstellung meist deutlich zu hell.

Bildmodus. Der Modus “Dynamisch” oder “Lebendig” fährt Helligkeit und Kontrast hoch. “Standard”, “Film” oder “Eco” liegen darunter. Der Unterschied zwischen “Dynamisch” und “Eco” beträgt bei vielen Geräten 30 bis 50 Prozent.

Hinzu kommt HDR. Inhalte mit hohem Dynamikumfang steuern Spitzenhelligkeiten an, die im SDR-Betrieb nicht vorkommen. Deshalb weist das EU-Energielabel getrennte Werte für SDR und HDR aus.

Stromkosten berechnen: ein vollständiges Beispiel

Ein Haushalt schaut täglich vier Stunden auf einem 55-Zoll-LED-Fernseher mit gemessenen 95 Watt.

  1. Verbrauch pro Tag: 95 × 4 ÷ 1.000 = 0,38 kWh
  2. Verbrauch pro Woche: 0,38 × 7 = 2,66 kWh
  3. Jahresverbrauch: 2,66 × 52,142857 = 138,70 kWh
  4. Kosten pro Jahr: 138,70 × 0,34 = 47,16 Euro
  5. Kosten pro Stunde: 95 × 1 ÷ 1.000 × 0,34 = 0,032 Euro

Wer denselben Fernseher im Eco-Modus mit 65 Watt betreibt, kommt auf 94,90 kWh und 32,27 Euro im Jahr. Die Bildeinstellung allein spart rund 15 Euro.

Mit dem Stromkostenrechner rechnen Sie das mit Ihrer eigenen Wattzahl und Ihrer eigenen Sehdauer durch.

Jahreskosten nach Sehdauer

Fernsehzeit pro Tag60 W100 W150 W
2 Stunden14,89 €24,82 €37,23 €
3 Stunden22,34 €37,23 €55,85 €
4 Stunden29,78 €49,64 €74,46 €
5 Stunden37,23 €62,05 €93,08 €
6 Stunden44,68 €74,46 €111,69 €

Annahmen: 365 Tage, 0,34 €/kWh, konstante Leistungsaufnahme ohne Standby.

Standby: der stille Posten

Moderne Fernseher müssen im Bereitschaftsbetrieb sehr wenig ziehen, die Ökodesign-Vorgaben liegen im Bereich von unter 0,5 Watt für den einfachen Standby. In der Praxis liegen viele Geräte darüber, weil Netzwerkfunktionen, Sprachassistenten und Schnellstart aktiv bleiben.

Standby-LeistungVerbrauch pro JahrKosten pro Jahr
0,3 W2,6 kWh0,89 €
0,5 W4,4 kWh1,49 €
2,0 W17,5 kWh5,96 €
5,0 W43,8 kWh14,89 €

Annahmen: 20 Stunden Standby pro Tag, 365 Tage, 0,34 €/kWh.

Der Fernseher allein ist selten das Problem. Zusammen mit Soundbar, Receiver, Konsole und Streaming-Box kommen schnell 10 bis 20 Watt Dauerlast zusammen. Eine schaltbare Steckdosenleiste trennt die gesamte Gruppe.

Beachten Sie dabei: Geräte mit Festplattenrecorder oder programmierten Aufnahmen dürfen nicht hart getrennt werden.

Das EU-Energielabel für Fernseher

Fernseher und Monitore tragen seit März 2021 das EU-Energielabel mit der Skala A bis G. Die früheren Klassen A+, A++ und A+++ gibt es für neu gekennzeichnete Geräte nicht mehr.

Das Label nennt den Energieverbrauch je 1.000 Stunden im SDR-Betrieb in Kilowattstunden und, getrennt davon, den Wert für HDR-Inhalte. So rechnen Sie um:

Watt = Labelwert je 1.000 Stunden

Ein Label mit 64 kWh je 1.000 Stunden entspricht 64 Watt mittlerer Leistungsaufnahme. Bei vier Stunden täglich sind das 93,44 kWh und rund 31,77 Euro im Jahr bei 0,34 €/kWh.

Die getrennte HDR-Angabe ist praktisch: Wer überwiegend Streaming-Inhalte in HDR schaut, sollte mit dem höheren Wert rechnen. Auf dem Label stehen außerdem die Bildschirmdiagonale und die Auflösung.

Die Werte gelten für die werkseitige Bildeinstellung im Auslieferungszustand. Wer Helligkeit und Bildmodus ändert, verschiebt den tatsächlichen Verbrauch in beide Richtungen.

Helligkeit und Bildmodus in Zahlen

Die folgende Messreihe an einem 55-Zoll-LED-Fernseher zeigt, wie stark die Einstellung durchschlägt.

EinstellungLeistungsaufnahmeKosten pro Jahr bei 4 h täglich
Modus “Dynamisch”, Helligkeit 100145 W71,98 €
Modus “Standard”, Helligkeit 100110 W54,60 €
Modus “Standard”, Helligkeit 7085 W42,19 €
Modus “Film”, Helligkeit 6068 W33,75 €
Modus “Eco”, automatische Helligkeit55 W27,30 €

Annahmen: 55 Zoll LED, SDR-Inhalte, 4 Stunden täglich, 365 Tage, 0,34 €/kWh. Die absoluten Werte unterscheiden sich je Gerät, die Größenordnung des Unterschieds gilt allgemein.

Zwischen der hellsten und der sparsamsten Einstellung liegen rund 45 Euro im Jahr. Das ist mehr, als der Wechsel von 65 auf 55 Zoll bringen würde, und kostet keinen Cent.

In einem hellen Raum ist ein sehr dunkles Bild allerdings unbrauchbar. Der Umgebungslichtsensor löst das automatisch, indem er die Helligkeit an das Raumlicht koppelt.

Zusatzgeräte am Fernseher

Der Fernseher steht selten allein. Die folgenden Geräte laufen häufig mit und tauchen in keiner Fernseherrechnung auf.

GerätBetriebStandbyKosten pro Jahr
Soundbar20 bis 40 W0,5 bis 2 W10 bis 25 €
AV-Receiver60 bis 150 W1 bis 5 W30 bis 80 €
Spielkonsole, Medienwiedergabe40 bis 90 W0,5 bis 10 W15 bis 60 €
Streaming-Box3 bis 8 W1 bis 3 W5 bis 15 €
Kabel- oder Satellitenreceiver8 bis 20 W1 bis 15 W10 bis 60 €

Annahmen: 4 Stunden Betrieb täglich, Rest Standby, 0,34 €/kWh. Die Spannen sind groß, weil sich Geräteklassen stark unterscheiden.

Der AV-Receiver ist dabei häufig der größte Posten, gerade wenn er dauerhaft eingeschaltet bleibt. Ein Blick mit dem Messgerät auf die gesamte Medienecke lohnt mehr als die Optimierung des Fernsehers allein.

Fernseher gegen Beamer und Monitor

Wer über eine Alternative zum großen Fernseher nachdenkt, sollte den Verbrauch mitrechnen.

GerätLeistungsaufnahmeKosten je Stunde
Fernseher 55 Zoll, LED70 bis 110 W0,02 bis 0,04 €
Fernseher 65 Zoll, LED90 bis 150 W0,03 bis 0,05 €
Beamer, LED oder Laser100 bis 250 W0,03 bis 0,09 €
Beamer, klassische Lampe250 bis 400 W0,09 bis 0,14 €
Monitor 27 Zoll25 bis 45 W0,01 bis 0,02 €

Annahmen: normaler Betrieb, mittlere Helligkeit, 0,34 €/kWh. Bei Beamern kommen Lampenwechsel als eigener Kostenblock hinzu.

Ein Beamer mit klassischer Lampe kostet im Betrieb etwa das Zwei- bis Dreifache eines gleich großen Bildes auf einem Fernseher. Bei zwei Stunden täglich sind das rund 60 bis 80 Euro im Jahr gegenüber 25 bis 35 Euro.

Verbrauch selbst messen

Ein Energiekostenmessgerät für 15 bis 30 Euro zeigt sofort, was Ihr Gerät zieht.

  • Messgerät zwischen Steckdose und Fernseher stecken
  • die momentane Leistungsaufnahme bei laufendem Bild ablesen
  • Bildmodus wechseln und den Wert erneut ablesen
  • Helligkeit von 100 auf 60 Prozent stellen und vergleichen
  • Gerät ausschalten und die Standby-Aufnahme ablesen

Diese vier Messungen dauern zusammen wenige Minuten und zeigen unmittelbar, wo bei Ihrem Gerät das Sparpotenzial liegt.

Stromkosten senken: was beim Fernseher wirkt

  • Helligkeit reduzieren. Der größte Hebel. Die Werkseinstellung ist auf helle Verkaufsräume ausgelegt, nicht auf Ihr Wohnzimmer.
  • Bildmodus wechseln. “Film” oder “Eco” statt “Dynamisch” senkt den Verbrauch spürbar und wirkt bei den meisten Inhalten natürlicher.
  • Umgebungslichtsensor aktivieren. Er passt die Helligkeit automatisch an und spart abends deutlich.
  • Bildschirm bei Musik abschalten. Viele Geräte bieten einen reinen Audiomodus.
  • Standby-Gruppe trennen. Fernseher, Soundbar, Receiver und Konsole an eine schaltbare Leiste.
  • Automatische Abschaltung nutzen. Wenn der Fernseher nebenbei läuft, schaltet ein Timer ihn zuverlässig ab.

Wie viel eine einzelne Einstellung bringt, unterscheidet sich je nach Gerät stark. Die Messung vorher und nachher zeigt den echten Wert.

Häufige Fragen

Was kostet eine Stunde Fernsehen?

Bei 0,34 €/kWh und 100 Watt kostet eine Stunde rund 3,4 Cent. Ein sparsamer 43-Zöller mit 60 Watt liegt bei 2 Cent, ein großer 75-Zöller mit 200 Watt bei 6,8 Cent.

Wie viel Strom verbraucht ein Fernseher im Jahr?

Bei vier Stunden täglich und 95 Watt sind das rund 139 kWh und damit etwa 47 Euro im Jahr. Bei zwei Stunden täglich und 60 Watt sind es rund 44 kWh und 15 Euro.

Verbraucht ein OLED mehr Strom als ein LED-Fernseher?

Das hängt vom Bildinhalt ab. OLED erzeugt Licht pro Bildpunkt, dunkle Szenen verbrauchen sehr wenig, helle Szenen mehr. Über gemischte Inhalte liegen beide Techniken bei gleicher Größe oft in derselben Größenordnung, OLED tendenziell etwas darüber.

Wie viel kostet der Standby-Betrieb?

Bei 0,5 Watt und 20 Stunden Standby täglich sind das rund 4,4 kWh und 1,49 Euro im Jahr. Bei 5 Watt, wie sie ältere oder stark vernetzte Geräte ziehen, sind es 43,8 kWh und rund 14,89 Euro.

Spart ein kleinerer Fernseher wirklich Strom?

Tendenziell ja, aber die Einstellung wirkt stärker. Ein 65-Zöller im Eco-Modus kann weniger ziehen als ein 55-Zöller im Modus “Dynamisch”. Prüfen Sie vor dem Kauf den Labelwert je 1.000 Stunden statt nur die Diagonale.

Weiterrechnen

Router und Fernseher gehören zu den Geräten, die im Hintergrund dauerhaft Strom ziehen. Die Zahlen dazu stehen im Beitrag Router Stromverbrauch. Wer am selben Bildschirm spielt, findet die Rechnung im Beitrag Gaming-PC Stromverbrauch.

Mit dem Stromkostenrechner berechnen Sie die Kosten Ihres Fernsehers mit Ihrer gemessenen Wattzahl, Ihrer Sehdauer und Ihrem eigenen Strompreis.

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Rechnen Sie es mit Ihren eigenen Werten durch

Wattzahl, Laufzeit und Arbeitspreis eintragen, Ergebnis für Tag, Woche, Monat und Jahr ablesen.

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